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18. September 2019, 08:30

Ordnungshassend


Hallo Mädels,

ich habe Manuskript Nummer 8 abgegeben und nun überkam mich grauehafte Langeweile. Und da sie groß genug war, habe ich angefangen, Schränke und Schreibtische auszumisten.

Ich fand allerlerlei Krempel.
Keine Kunst.

Also da ist dieses kleine schwarze Teilchen in der Küche. Kene Ahnung,w o das hingehört,a ber es ist so klein und so schwarz.Warum nicht schnell mal wegwerfen?
Antwort: Vielleicht fällt dann das Haus zusammen?

Und was ist mit dem T-Shirt, dass so wahnsinnig hässlich und so wahnsinnig zu klein gekauft wurde?
Warum werfe ich es nicht weg?
Antwort: Weil ich es noch nie anhatte.

(Ja, ich weiß.... die Frage ist eigentlich: Warum sollte ich denn je das Ding anziehen? Es ist ja zu klein und zu hässlich)...

Kennt Ihr die Sendung Kunst und Krempel?

Da ist IMMER einer dabei, der da im Sendezeitraum staunend erfährt, daß er da einen echten Soundso in der Abstellkammer an der Wand hängen hat. Toll. Und er sagt dann, dass er dieses Werk beinahe bei der letzten Renovierung weggeworfen hätte, weil er es so scheußlich fände.
Hat er aber nicht.
Warum?
Weil er genau das erhoffte?

Steckt in uns allen diese vage Hoffnung?
Daß einer sagt: Dein Krempel ist wertvoll?
Warum?
Ist es denn nicht wichtiger, ob es für uns wertvoll ist?
Haben wir beim Beinahewegwurf plötzlich es mit der Angst zutun bekommen, daß jemand dies aus dem Müll heraussucht und dann in so einer Sendung auftaucht.
Welch Horror. Ja, und dann sagt einer der Herren auch noch:
Nun, eigentlich ist ja der ideelle Wert der maßgebliche, aber bei Sammlern kann dieses Stück, trotz dieser kleinen Gebrauchspuren in der oberen Ecke, hinter dem Blattgold und neben den 12 Diamanten auf der Madonna aus dem 11 Jahrhundert sicher um die 8 Millionen Euro bringen.
Vorsichtig geschätzt.

Sind wir nun Sammler?
Oder Egoisten?
Nein, wir sind unordentlich.

In diesem Sinne
Frau zum Wegschmeissen

Redakteur




16. September 2019, 09:42

Der Ecksit

Hallo Mädels,

es gibt Dinge, die tut man nicht. Oh, ich meine jetzt nicht etwa das berühmte IndieHosepackenwenneinStadio​ninhaltzuguckt. Ich meine, es gibt dieses degoutante Gefühl: „Nee, das lass ich jetzt so.“

Konkret: Es gibt eine Ecke in meiner Wohnung die ist ein klassischer Lowperformer durch mein spontanes Desinteresse an einer konkreten Verwirklichung der AntiChaosTheorie.
Es ist, als wollte ich der Nachwelt mit der vorherrschenden Unordnung was mitteilen. Aber was?

Es ist die Quengelzone meiner Unordnung. Jegliche, schwedische Werbetreibende, die Ordnungsboxen und ähnlichen Unfug anbieten, prallen an dieser Ecke ab. Es ist, als wäre Unordnung in diesem Fall meine Strategie. Ich würde sogar sagen, dass bisweilen die Besucher meiner Wohnung denken: Wie erfrischend!
In Wahrheit ist diese Ecke akut desolat.

Nehmen wir als extremes Gegenbeispiel mal meinen Balkon. Ich kann Stunden damit verbringen, das vorhandene Pflanzenmaterial hin und her zu schieben. Fachärzte für Gehirnverwurschtelung vermuten bei mir, dass mein ureigenes Chlorophyll-Ich ein ganz bestimmtes Bild durch Nachstellen zu kreieren sucht. Dieses Bild macht aber gerade Heilschweigen und zeigt sich nicht klar, sondern wartet (wie bei einem Panzerknacker nur durch ein leises Klacken) auf die Komplettlösung.

Im Haus indes diese Ecke. Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, das alles eine Seele hat. Die Ecke hat eine ziemlich dominante Seele.

Es beginnt zu regnen. Die Balkonbewohner sind erfreut, denn gegossen habe ich meine Blumen nicht. Nur andauernd umgeräumt, dass die schon durch ihren unfreiwilligen Stellungswechsel das verwirrende Gefühl haben, das Weltall sei komplett verrückt geworden, und die Sonne plötzlich aus allen Himmelsrichtungen komme.

Hessische Unwetter zwingen mich in die Wohnung.
Lungere nun in der Nähe der Ecke herum. Vorwurfsvoll schaut sie mich an.
Es ist zu vermuten, dass meine spezielle Ecke bald ein Referendum anstrebt und mir dann mitteilt, sie will aus der Wohnung austreten.

Es wird eine falsche Entscheidung sein, die ich sehr bedauere - aber ich werde natürlich darauf bestehen, dass die Ecke ihren Auszug zügig plant und durchführt.


Demokratie ist, wenn alle nicht wissen wohin und warum.

God save the Green.


In diesem Sinne
Der Inbegriff von german Gemütlichkeit

Redakteur




13. September 2019, 11:20

Hausfrau

Hallo Mädels,

das Manuskript ist abgegeben.
Offenbar auch all mein Denkvermögen.

So startete ich umgehend damit, mich zu langweilen und schritt durch das Heim, öffnete Schränke und griff heraus, was ich nicht brauche und warf es weg.
Unfassbar, dass man plötzlich das Bedürfnis hat, alles aus dem leben zu entfernen, nur weil man es nicht braucht.
Oder weil die Sachen mich nicht mehr brauchen?

Was ist mit der Jägerin und Sammlerin in mir? hab ich die weggeschrieben?

Wie auch immer.
Hier meine Gedanken zur Hausarbeit:

"Perfektion ist endgültige Vollendung.
Hausarbeit ist endgültige Unvollendung."



In diesem Sinne
Frau vom Putzmuffel

Redakteur




04. September 2019, 10:10

Was auf die Ohren


Hallo Mädels,

zu schön.
Letztens bekam ich die Nachricht, dass mein Buch ZIEMLICH KRANKE MÄNNER, eine Liebesgeschichte mit um die Männergrippe herum, als Hörbuch produziert wird.

Ey, ich bin stolz wie Bolle.

In diesem Sinne
Die Hörerin

Redakteur




12. August 2019, 08:58

Ernst genommen


Hallo Mädels,

und da hab ich mir so meine Gedanken gemacht:
Und das ist rausgekommen:
"Hausarbeit ist ungeheuer wichtig. Und daher intellektuell anspruchsvoll."

So argumentieren Menschen,
die die Flugbahn von Staubflusen
und die Wahrscheinlichkeiten errechnen,
mit denen sich Wollmäuse in einer Ecke sammeln,
in der sie nur den Staubsauger stören.



Soviel dazu.

In diesem Sinne
Putzi

Redakteur




23. Juli 2019, 09:24

Who the fuck pays the Ferryman?

Hallo Mädels,

bevor Brücken bei den Handlungsreisenden in Mode kamen (und deren Bau die Bürokratie in Harnisch brachte), war der Beruf des Fährmannes recht verbreitet. Die Abhängigkeit, die man als Nutzer dieses Services verspürt, war unheimlich und groß.

Die Mythologen machten sich dies zu eigen. So entstanden große Sagen und Geschichten rund um den verkehrstechnischen „Übersetzer“.
Bereits im Gilgamesch-Epos (sehr, sehr alt) gab es ihn. Er brachte den Helden zwecks Heldentaten hinüber ins Land der Toten. In der Regel ein Service, für den der Fährmann nur den Onewayticket-Preis verlangte.
Auch die alten Ägypter hatten ihn: Mahaf. Die Griechen konnten auch nicht auf ihn verzichten und nannten diesen speziellen Reiseverkehrskaufmann Charon. Er war für die Pauschalreise in den Hades zuständig.

Es war wichtig, einen Obolus für ihn dabei zu haben. Meist wurde dieser als letzte Gabe den Lastminute-Reisenden von den Verwandten unter die Zunge oder auf die geschlossenen Augen gelegt.

Aber Vorsicht!

Wie sang schon der berühmte, irische Reise-Barde C.d. Burgh: „Don‘t pay the ferryman until he gets you to the other side!“

Wie oft mussten sich diese Skepsis jene gefallen lassen, die an neuralgischen Punkten einer Gesellschaft ihren Beruf ausüben? Mit Abhängigkeiten Geschäfte zu machen, bedeutet oft, mit einer latenten Ablehnung zu leben.

Und wie so oft im Leben – wenn man sich einen Traum erfüllt hat, wünscht man sich, ihn nie geträumt zu haben...

Oder wie meine Oma gesagt hätte: Wer nicht hören will, muss schwimmen!

So auch in meinem Wohnort Mühlheim am Main. Man kann es momentan in den Lokalnachrichten als Dauerwitz bewundern.
Die stehende Fähre.
Zwei Jahre kämpfte man um den Erhalt der selben.
Dann fuhr sie wieder.
Vier Stunden.
Und zwar über ihr eigenes Halteseil.

Ohne Patent, ohne Seil und ohne lästigen Mainverkehr (denn unser namensgebender Fluss wurde gesperrt). Sie beschäftigte drei Feuerwehren und ermöglichte die Rettungvon zwei PKW. Na, toll.

Da frag ich mich: Wer hat den Fährmann nun doch zu früh bezahlt?

Don't pay the Ferryman!!!!!!


In diesem Sinne
Die Uferlose

Redakteur




15. Juli 2019, 14:14

Ziemliche Männchenrechtsverletzung


Liebe Mädels,

wir lieben selbstverständlich die Männer.
Natürlich.
Auch wenn sie glauben, sie wären was besseres. Da stehen wir drüber.

Wir schreiben uns nur alles auf...


Manuskript ist abgegeben, noch ein bisschen Feinschliff und es gibt den dritten Band aus der Reihe:

Wir können alles - außer Männer.



In diesem Sinne
Hanna

Redakteur




06. Juli 2019, 13:04

Who pays the Ferryman?

Hallo Mädels,

bevor Brücken bei den Handlungsreisenden in Mode kamen (und deren Bau die Bürokratie in Harnisch brachte), war der Beruf des Fährmannes recht verbreitet. Die Abhängigkeit, die man als Nutzer dieses Services verspürt, war unheimlich und groß.

Die Mythologen machten sich dies zu eigen. So entstanden große Sagen und Geschichten rund um den verkehrstechnischen „Übersetzer“.
Bereits im Gilgamesch-Epos (sehr, sehr alt) gab es ihn. Er brachte den Helden zwecks Heldentaten hinüber ins Land der Toten. In der Regel ein Service, für den der Fährmann nur den Onewayticket-Preis verlangte.
Auch die alten Ägypter hatten ihn: Mahaf. Die Griechen konnten auch nicht auf ihn verzichten und nannten diesen speziellen Reiseverkehrskaufmann Charon. Er war für die Pauschalreise in den Hades zuständig.

Es war wichtig, einen Obolus für ihn dabei zu haben. Meist wurde dieser als letzte Gabe den Lastminute-Reisenden von den Verwandten unter die Zunge oder auf die geschlossenen Augen gelegt.

Aber Vorsicht! Wie sang schon der berühmte, irische Reise-Barde C.d. Burgh: „Don‘t pay the ferryman until he gets you to the other side!“

Wie oft mussten sich diese Skepsis jene gefallen lassen, die an neuralgischen Punkten einer Gesellschaft ihren Beruf ausüben? Mit Abhängigkeiten Geschäfte zu machen, bedeutet oft, mit einer latenten Ablehnung zu leben.
Das benötigt einen starken Charakter (siehe auch den Müller in seiner Mühle).

Heute mag das anders sein.
Nicht nur, dass der Fährführer mittlerweile eine hübsche Besonderheit in unserem großen Portfolio an Verkehrsmitteln darstellt. Er und sein Gewerk sind schön anzusehen.

Und wie so oft im Leben – wenn er plötzlich nicht mehr da ist – dann fehlt was!
Please pay the ferryman!


In diesem Sinne
Die Reisende

Redakteur




07. Juni 2019, 12:24

Von außen tiefsinniger als von innen

Hallo Mädels,

man muss schon extrem feißig sein, wenn man als Schriftstellerin den heimischen Bücherschrank mit Selbstgeschriebenem voll stellen will.

Leute, die in meinem Heim herumlungern oder zu einer Stippvisite das Wohnzimmer diametral perforieren, wissen, was zu lesen ich mittlerweile bereit bin.
Goethe, Schiller als angeberische Aufwärmübung, dann Biografien von Byron und Balzac (wegen der Alliteration).
Dazu Proust und Schopenhauer wegen der dekorativen Ausgaben. Rilke jammert sich lyrisch durch mein Lesestudium, Poe und Kafka verbreiten derweil Schrecken und Düsternis, bevor ich meine Leselampe anschalte und mit Mao-Biografie und Dalai Lama versuche, meine asiatische Gelassenheit zu dekorieren.
Dazwischen durchstolpere ich ein wenig durch die peanuts-eske Welt und komme zur Ruhe mit deutschem Jugenstil und verwühle mich sogleich mit dem französischem Enfant terrible Frederic Beigbeder, weil man den Namen nie richtig aussprechen kann.
(Siehe auch: Houellebecq).

Aber auch wenn es tiefsinnig aussieht.
Meine wahre Berufung liegt in Candy Crush...

Ich bin quasi die fleischgewordene Adhäsionskraft der Generation „gebeugt über Handys-Herumlaufender“.
Ich falle auf die dümmste psychologischen Belohnungssysteme rein. Dopamin wird ausgeschüttet, wenn ich kleine, gezeichnete Früchte in Reihen zusammen schließe und sammle, bis ein bunter Regen mir sagt: Jippi! Level geschafft!

Sagen wir es gemeinsam:
Ich bin ein Volltrottel.

Und dann liebe ich auch noch Facebook.
Alle sagen Bäh!
Und ich auch. Aber... Ich schreibe einen Beitrag und dann warte ich, dass den jemand liked.

Erzählt es nicht weiter.
Denn ich bin wohl die einzige auf der Welt, die so lebt. Wahrscheinlich bin ich ganz alleine bei Facebook und ein kleines Büro mit Menschen betreut mich von Amerika aus mit kleinen Fake-Likes...

Alle anderen sind so unendlich vernünftig.
Komisch.


In diesem Sinne
Die einzig Unvernünftige

Redakteur




23. Mai 2019, 11:28

Neuerscheinung 2019

Hallo Mädels,

es ist wieder so weit. Das neue Buch kommt raus!

ZIEMLICH KRANKE MÄNNER

Anna ist Arzthelferin und das mit Leidenschaft. Sie weiß ganz genau, was gesund ist und was nicht. Leider hält sie sich selbst nie an ihre Ratschläge. Ihr nerviger Freund Belá hat gerade die Männergrippe und wird daran aller Voraussicht nach sofort und mit viel Rotz sterben. Anna hat schwer zu tun.
Es folgen: Todesfall in der Familie, Rettungsversuch eines verschuldeten Weinberges, Belá verlässt sie wegen Weinkönigin. Und dann noch: eine neue Freundin mit Hang zu Tattoos, Weinverkostung ohne blassen Schimmer vom Keltern und um Himmelwillen die allerschlimmste Katastrophe: die Liebe!
Manuel. Ein Mann, der ihre sensationellen Ratschläge nicht braucht, nie jammert und sich nie helfen lässt.
Der macht Anna einfach komplett wahnsinnig.

Neuerscheinung im Aufbau Verlag: 24.5.2019 Für 7,99 Euro überall im Handel und natürlich online.


In diesem Sinne
Eure Hanna

Redakteur



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